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Briefmarken Heidelberg - Mercur--- Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim--- Teil 3a - Heidelberg - Arnold bis 1888--- Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889--- Teil 3c - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Karten--- Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge--- Teil 4 - Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken---Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

Kopf

Briefmarken - "Heimatsammlung" Heidelberg - Von den Privatposten im Deutschen Reich bis in die Moderne

Ich möchte hier und auf folgenden Seiten nach und nach als gebürtiger Heidelberger meine sogenannte "Heimatsammlung" an Briefmarken und anderen philatelistischen Belegen wie Ganzsachen und Stempeln, Vignetten zu Werbezwecken usw. vorstellen.

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Teil 3c

Heidelberg - Privat-Brief-Verkehr von G. Arnold / Teil c

Ganzsachen - Karten

(Die Informationen stammen im Wesentlichen aus dem Ganzsachenkatalog der deutschen Privatpost 1873 bis 1914, Teil Düren bis Lübeck, 2. Auflage 2011, herausgegeben von Horst Müller, und dem Handbuch der Deutschen Privat-Postwertzeichen von Carl Schmidt, 1939/1943)

Die Privatpostanstalt von G. Arnold wurde unter der Bezeichnung "Privat-Brief-Verkehr" am 29.07.1886 gegründet und durch den Erwerb der Konkurrenzanstalt "Mercur" am 05.02.1887 gestärkt. Zum 01.10.1892 übernahm F. Waldemeyer die Postanstalt, am 01.04.1894 dann A. Weigold, dann im Dezember 1895 Georg Schmidt Unter letzterem ging die Firma Ende September 1897 ein. Im März 1898 eröffnete daraufhin G. Arnold selbst eine neue Anstalt namens "Privat-Stadtbrief-Bestellung", die dann auf Grund neuer gesetzlicher Bestimmungen zu Gunsten der Reichspost am 31.03.1900 ihren Betrieb einstellen musste.

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Direkt mit der Eröffnung der Postanstalt wurden neben Briefmarken auch Gansachen (also Karten, Briefumschläge u.a. mit eingedrucktem Wertzeichen) herausgegeben. Wie schon bei den Briefmarken gab es hierbei eine ware Flut an Ausgaben, die allerdings mit Ausnahme der Überdrucke noch einigermaßen übersichtlich ist. Allerdings können teilweise auch in Papiervariationen oder Formen der Umschlagsklappen bei Briefumschlägen noch weitere Unterscheidungen getroffen werden, die aber in den beiden oben genannten Quellen nur erwähnt, aber nicht näher erfasst sind.

Dieser Teil begrenzt sich auf die (Post-) Karten und ein paar Sonderformen der Ganzsachen, im Teil 3d werden dann die Umschläge vorgestellt. Die Darstellung folgt der Katalognotierung von Müller, welche nicht ganz chronologisch ist!

Mit Eröffnungsdatum erschien die P1, eine Doppelkarte, die vor allem der Information des Adressaten diente, indem darauf Information über die Preise des Postdienstes, Abhol- und Zustellzeiten sowie die Verkaufstellen der Anstalt (mit Briefkästen), sowie eine Werbung für eine Druckerei, zu finden waren.

P1

Die P2 ist nahezu identisch zur P1, hat ein minimal anderes Format und ist anstatt auf hellgraugünem auf blaugrünem Karton gedruckt. Zum vereinfachten lesen des Textteils hier gedreht abgebildet.

P2

Wie bei den Marken sind echt gelaufene Belege eine Rarität - umso mehr wenn diese auch noch vom Betreiber der Postanstalt höchstpersönlich geschrieben wurde... Festzustellen ist übrigens, daß Ganzsachen offenbar nicht oder nur selten abgestempelt wurden - man ging offenbar davon aus, das einmal beschriftete Ganzsachen nicht erneut verwendet werden würden bzw. können.

P2 Autograph 1

Die Rückseite dazu, der Text lautet:

Herrn Stabsarzt Dr. Fröhlich,

wohlgeboren.

Hiermit erlaube ich mir ergebst.

meine Privat-Post zur Beford-

erung von Rechnungen, Briefen etc.

zu empfehlen, zeichne

Hochachtungsvoll

G. Arnold

13 Unterestr.

P2 Autograph Rückseite

Neu zu meiner Sammlung im März 2013 kam nachfolgende P2 (preiswert und offenbar von jedermann in seinem Wert unerkannt über ein bekanntes Online- Verkaufsportal), ebenfalls wie üblich ungestempelt und auch im Innenteil unbeschriftet, aber in der Handschrift von G. Arnold adressiert. Allerdings ohne Straßenangabe, was entweder auf einen persönlichen Bekannten oder gut bekannten Kunden schließen lässt. Das die Karte trotz fehlender Stempelung und Straßenangabe mit großer Wahrscheinlichkeit bedarfsmäßig zugestellt worden sein dürfte ist anzunehmen, nicht zuletzt des Zweckes wegen, der sich aus den handschriftlichen Korrekturen der Abhol- und Zustellzeiten links erschließt. Diese Karte(n) (P1 und P2) wurden überwiegend nur durch G. Arnold selbst verwendet, um für seinen Postdienst zu werben (was ja auch schon an Hand der Beschriftung der Karten "Mittheilung durch die Privat-Post für Heidelberg..." bestätigt wird), in diesem Fall wurde ein Kunde über geänderte Arbeitszeiten informiert - leider erschließt sich dem heutigen Betrachter wegen fehlender Stempelung oder handschriftlicher Datumsangabe nicht, wann diese Änderungen erfolgten, die ja tatsächlich für regelmäßige Kunden des Postdienstes von Interesse waren.

Autograph 3

Eine weitere P2 - Faltkarte, welche einen selten klaren und sauberen Stempel trägt, ist hier aus diesem Grund auch mit (gedrehtem) Auschnitt in Vergrößerung gezeigt:

P2 Stempel

P2 Stempel Groß

Die P3 als richtig zu nutzende Postkarte erschien dann im April 1897

P3

Die P4 ist die P3 mit violettem Stempelaufdruck "Privat-Brief-Verkehr" unter der Ansicht links auf der Karte (wie bei den Marken auf Grund der Reklamation der Reichspost nötig geworden)

P4

Die P5 erschien ca. 1889

P5

Eine weitere Rarität ist diese gelaufene Karte P5 aus den Händen G. Arnolds, die eine Quittung darstellt, und dies von einem durchaus geschichtlichem Interesse, weil...

P5 gelaufen G. Arnold

... weil diese Karte auf das Schönste belegt, dass der Postbetrieb nicht nur der Produktion zahlreicher Sammlermarken diente, sondern ganz offensichtlich auch eine ordentliche Frequenz an Postverkehr abwickelte. Denn in dieser Quittung heißt es:

Quittung

für Herrn H. Würtzburg

wohlgeboren

von G. Arnold

Adressiren und Bestellen

von 1089 Briefen a 2 M 21,78

empfangen

Hdbg 14/6.90.

G Arnold

Offenbar umfasste die Dienstleistung der Postanstalt nicht nur die Beförderung und Zustellung von Post, sondern auch das Konfektionieren (Adressieren) größerer Posten - vermutlich vergleichbar der heutigen "Infopost" - Leistungen. Die Menge von 1089 Briefen für einen einzelnen Auftraggeber im lokalen Verkehr ist dabei als durchaus beachtlich einzustufen.

P5 Arnold

Die P6 mit Vermerk des neuen Betreibers der Anstalt A. Weigold und die P7 ohne Besitzerangabe (Abb. aus anonymer Sammlung)

P6

P7

Zuvor, bereits 1887, nach der Übernahme der Postanstalt Merkur, wurden deren Karten mit Namensstempel von G. Arnold versehen und weiter verwendet. Hierbei fanden wieder die von den Briefmarken bekannten drei Stempelfarben Anwendung, was natürlich zu einer Vielzahl von Varianten führt. Insbesondere wurden die Karten auch auf dreierlei Art mit dem Stempel versehen, nämlich: I. Stempel auf dem Wertstempel; II. Stempel unter dem Text "MERCUR"; III. Stempel auf dem Wertstempel und unter dem Text. Für die P8 werden diese drei Formen mit unterschiedlichen Farben hier abgebildet, bei der P9 und P10 wird darauf verzichtet.

Hier die P8 I (P1 von Mercur) mit schwarzem Stempel

P8 I schwarz

Die P8 II rotlila

P8 II rotlila

Die P8 III violet - schwarz

P8 III violet - schwarz

Die P9 (P3 von Mercur) Type III rotlila - schwarz

P9 III rotlila-schwarz

Die P10 (P4 von Merkur) III Type I violet-schwarz. Bei Müller sind die Typenunterschiede der P4 von Merkur in Bezug auf die Verwendung als P10 nicht ausgeführt (näheres siehe unter "Merkur")

P10 violet - schwarz

Vom 15. Juni bis 1. Oktober 1887 wurde auch die P1 der Privatpost Hansa aus Mannheim in Heidelberg verwendet, nur erkennbar bei gestempelten Exemplaren, da sich der Heidelberger von dem Mannheimer Stempel unterscheidet (P I). Verbreiteter sind dabei nur gefälligkeitsgestempelte Exemplare:

P I gef.

Die gleiche Karte wurde dann wie die Karten von Merkur mittels Namenstempel unter dem Kartentext verwendet, da bei Müller nur von schwarz die Rede ist, hier alle drei Stempelfarben in Abbildung:

P11 schwarz - rotlia - violet

P11 schwarz

P11 rotlila

P11 violet

Zu den Dienstleistungen der Postanstalt gehörte auch die Annahme und Ausführung privater Zudrucke bzw. kompletter Ganzsachen. Diese sind bei Müller nicht ganz nachvollziehbar zwischender P7 und der P8 einsortiert, wenngleich die Erscheinungsjahre mit 1889 später als die P9 bis P11 liegen. Die PP1, bei Schmidt erwähnt, ist bei Müller notiert mit der Erwähnung, diese habe noch nie vorgelegen, auch mir liegt diese Karte nicht vor.

Ob G. Arnold einen persönlichen Bezug zur der Vereinigung Schlaraffia Haidelberga hatte (Schlaraffia ist eine Vereinigung, die es bis heute in Heidelberg wie vielen anderen Städten gibt - näheres siehe unter www.schlaraffia.org) oder nur einen Auftrag ausführte ist nicht bekannt. Denkbar ist ein persönlicher Bezug jedoch schon, da nach Auskunft der Schlaraffia Haidelberga G. Arnold in der Dreikönigstraße 15 lebte und der Gründer der Schlaraffia in der Dreikönigstraße 12.

Tatsache ist zumindest, daß für die Schlaraffia Haidelberga 1889 eine Serie von 6 Privatpostkarten erschien, die offenbar vereinsintern zu Mitteilungen an Vereinsmitglieder genutzt wurde. Im Vorfeld wurden hierfür Probedrucke angefertigt, von denen es jeweils nur 6 Stück (ein Druckpapierbogen, somit seltener wie eine blaue Mauritius) gibt, und zwar mit a) Wertstempel grün und lila Rahmen / Schrift einmal auf rosa und einmal auf grauem Karton, und mit b) Wertstempel lila und grüner Rahmung / Schrift auf rosa und auf grauem Karton. Insgeamt also 4 x 6 = 24 Probedrucke.

Nachfolgend je ein Probedruck der Variante a)

PP3 rosa

PP3 grau

und ein Probedruck der Variante b) aus der Sammlung von Oswald Walter

PP5 Probe

Die Karten der Schlaraffia gab es in 5 Ausführungen, katalogisiert unter PP2 - PP6. Nachstehend eine gelaufene PP3, vorderseitig die Adresse vermutlich aus einer gedruckten Mitgliederliste ausgeschnitten und aufgeklebt, rückseitig der kurze Text:

Heute, 29. I. [1890], Stiftungsfest der Maninheimbia.

Nach Müller ist das früheste bekannte Verwendungsdatum dieser Karten der 6. Januar 1890. Wie auch schon bei den anderen beiden hier vorgestellten Ganzsachen findet sich hier keinerlei postalische Entwertung, wie dies auch von anderen gelaufenen Ganzsachen bei Heidelberg bekannt ist.

PP3 Vorderseite

PP3 Rückseite

Hier die PP4

PP4

...und die gleiche Karte Vorder- und Rückseitig gebraucht (Sammlung Oswald Walter)

PP4 gelaufen

1889 erschienen dann Karten mit Werbezudruck: Die P12 a) in graugrün und b) in dunkelblau, es liegt hier nur die P12a vor, und die P13

P12a

P13

Die P14 ist eine Antwort-Doppelkarte, also mit anhängender Antwortkarte, hier die jeweiligen Seiten

P14 hin

P14 zurück

Mit anderem Werbezudruck die P15 und P16

P15

P16

Die P15 gibt es mit Zudruck (P15z, Abb. aus anonymer Sammlung) auf der Adressseite und Rückseitig als "Bestellkarte" für das Posthandbuch der Anstalt.

P15z VS

P15z RS

Später wurden die P13 und die P 16 mit einer schwarzen "2" auf dem Wertstempel überdruckt, nun als P17 und P18 verzeichnet:

P17

P18

Die als P19 und P20 geführten Überdrucke von 1891 der P1 und P2 von Neuenheim werden bei C. Schmidt erwähnt, haben aber in neuerer Zeit noch nicht vorgelegen... Neben den Postkarten soll es dann noch Postkarten-Formulare gegeben haben, diese ohne Wertstempel, geführt unter PF1 und PF2, die ebenfalls noch nie gesichtet wurden...

Ein Streifband gab es ebenfalls (Streifbänder dienten der Frankatur von Zeitungen - die Zeitung wurde zur Rolle gedreht und mit dem adressierten Streifband umwickelt. Da dies eine Gummierung an einem Ende besitzt konnte es "nach der Runde" an sich selbst festgeklebt werden und hielt auch so die Rolle zusammen.) Notiert als S1 (hier stärker verkleinert)

S1

Wie mehrfach erwähnt, echt gelaufenes Marken - und Ganzsachenmaterial ist rar - daher ist dieses echt gelaufene Streifband ebenfalls eine Rarität.

S1 gestempelt

Zu guter letzt, im Themenbereich Karten, gab es noch Paketbegleitscheine, hier die PB1 und PB2 -- PB3 ist eine PB2 mit Überdruck einer schwarzen 10 auf dem Wertstempel (Abb. aus anonymer Sammlung).

PB1_PB2PB3

Fortsetzung folgt....

Der nächste Webseitenteil Teil 3d stellt die Ganzsachen - Briefumschläge der Arnoldschen Privatpost vor....

weiter zu

Teil 1 - Heidelberg - Mercur

Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim

Teil 3a - Heidelberg - Arnold bis 1888

Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889

Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge

Teil 4 - Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken

Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

demnächst mehr....

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