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Briefmarken Heidelberg - Mercur--- Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim--- Teil 3a - Heidelberg - Arnold bis 1888--- Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889--- Teil 3c - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Karten--- Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge--- Teil 4 - Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken---Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

Briefmarken - "Heimatsammlung" Heidelberg - Von den Privatposten im Deutschen Reich bis in die Moderne
Ich möchte hier und auf folgenden Seiten nach und nach als gebürtiger Heidelberger meine sogenannte "Heimatsammlung" an Briefmarken und anderen philatelistischen Belegen wie Ganzsachen und Stempeln, Vignetten zu Werbezwecken usw. vorstellen.
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Teil 3a
Heidelberg - Privat-Brief-Verkehr von G. Arnold / Teil a)
(Die Informationen stammen im Wesentlichen aus dem Privatpostmarken - Spezial - Katalog 2005/2006 Band 1 von Michel, herausgegeben von Horst Müller, und dem Handbuch der Deutschen Privat-Postwertzeichen von Carl Schmidt, 1939/1943)
Die Privatpostanstalt von G. Arnold wurde unter der Bezeichnung "Privat-Brief-Verkehr" am 29.07.1886 gegründet und durch den Erwerb der Konkurrenzanstalt "Mercur" am 05.02.1887 gestärkt. Zum 01.10.1892 übernahm F. Waldemeyer die Postanstalt, am 01.04.1894 dann A. Weigold, dann im Dezember 1895 Georg Schmidt Unter letzterem ging die Firma Ende September 1897 ein. Im März 1898 eröffnete daraufhin G. Arnold selbst eine neue Anstalt namens "Privat-Stadtbrief-Bestellung", die dann auf Grund neuer gesetzlicher Bestimmungen zu Gunsten der Reichspost am 31.03.1900 ihren Betrieb einstellen musste.
Mit dem Gründungsdatum 29.07.1886 erschien in sorgfältig ausgeführtem Steindruck auf weißem Papier die erste Briefmarke, die im Kern den Wappenlöwen Heidelbergs trägt (MiNr. 1). Am 25.08.1886 folgten in gröberer Zeichnung von neuen Platten die MiNr. 2 und 3 auf gelblicherem Papier. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale (neben anderen) zwischen der MiNr. 1 und 2 sind neben dem gröberen Druck mit unsauberer Linienführung und der Papierfarbe vor allem die Kopfform der Wertziffer 1 im Oval links unten und die Form der Ornamentik links oben sowie die Klarheit der Mähne des Löwen. (auf dem Bild: Links die Nr. 1, rechts die Nr. 2, unten die Nr. 3)

Ein schöner Beleg mit der Nr. 1 als Trauerbrief verschickt (aus der Sammlung von Oswald Walter):

Am 01.10.1886 folgten dann erneut Marken des gleichen Motiv (MiNr. 4 und 5), jedoch von neuen Platten in erneut feiner Linienführung in Konstanz gedruckt, außerdem waren diese Marken mit einer Zähnung (gez. 10 1/2) versehen (MiNr. 5 soll auch ungezähnt vorkommen). Graphisch unterscheidet sich die MiNr. 4 von der Nr. 1 vor allem durch die fettere Widergabe der Wertziffer "1" sowie den enger und runder gefasten Ornamenten oben rechts und links. Wesentliches Merkmal der MiNr. 5 im Vergleich zur MiNr. 3 sind die beiden hinzugekommenen Wertziffern unten.

Die Nr. 4 und Nr. 5 wurden in Bögen zu 10 x 5 Marken gedruckt, die linke Hälfte Nr.4, die rechte Hälfte Nr. 5.Dadurch ergibt sich das Vorkommen von waagrechten Zusammendrucken, WZ 4/5:

Eine Rarität sind komplette Briefe, Briefauschnitte oder Briefstücke - hier ein kompletter Brief mit der MiNr. 4

Ab Februar 1887 gab es dann beide Marken nochmals in leicht geänderter Zeichnung (MiNr. 6 und 7), die wieder mehr den Nummern 2 und 3 ähnelt, aber durch deutlichere und feinere Trennungslinien sowie einer groben Zähnung (gez. 8 und andere) auffällt. Außerdem kommt es hier zu zahlreichen, nicht näher in den Katalogen erfassten Randmarken wie oben/unten ungezähnt u.ä.m. - siehe Bildbeispiele.


Wie schon angesprochen übernahm G. Arnold am 05.02.1887 die Postanstalt "Mercur". Zum Teil wurden die Restbestände an Mercur - Marken so aufgebraucht, zum anderen aber mit einem Handstempelüberdruck (Text: G. Arnold) versehen. Diesen Aufdruck gibt es in drei verschiedenen farben: schwarz, rotlila, violett. (gerade das rotlila neigt durch Alterung zur Verfärbung und erscheint heute oft eher bräunlich). Wie schon bei Mercur gehe ich auch hier davon aus nur Originale vorliegen zu haben, die drei nach rechts verschobenen Marken sind aber möglicherweise Nachdrucke wie nachstehend erläutert.
Wie im Teil 1 schon angesprochen gab es jetzt aber ja auch noch private Nachdrucke (durch Müller aus Gießen) dieser Marken, und in Folge davon auch besondere Varianten bei den Handstempel-Überdrucken. Müller sandte nämlich am 28.10.1887 von jeder Marke 3 Nachdruckbögen zu je 100 Marken an Arnold mit der Bitte, diese mit den drei Handstempel- Überdruck-Varianten zu versehen. Arnold entsprach dieser Bitte, tauschte jedoch einen Bogen der 3 Pf-Marke gegen einen Originalbogen aus. Später ließ Müller außerdem noch auf seinen Nachdrucken falsche Überdrucke anbringen, die sich nur dadurch von den Originalen unterscheiden lassen sollen, weil der Aufdruck auf der Markenrückseite reliefartig hervortritt (nach C. Schmidt).

Die Ausgaben der Privatpost von Theresius Hugo Münch in Meißen (die auch nur laut Michel / Müller - Katalog ein paar Monate Bestand hatte von 1890-1891) werden von so manchem Privatpostspezialisten komplett als zeitgenössische Machwerke angesehen, da kein nachweisbarer Bedarf dieses Postdienstes bestanden hat. Im Michel / Müller Katalog werden nur Marken mit der Schreibweise "Meißen" anstelle von "Meissen" als Fälschungen zum Schaden der Sammler benannt. Schon allein der Umstand, dass Münch eine Reihe Marken anderer Postanstalten (dabei überwiegend aus Heidelberg) einfach mit zusätzlichem Stempelaufdruck zu "Meißener Marken" änderte war unüblich und befremdlich, und die vier nachher selbst angefertigten Wertstufen waren auch keine professionellen Druckwerke... Hier abgebildet eine Karte mit der Mercur Nr. 1 und dem Stempel "TH. H. Münch / Meißen i. S." auf der Marke sowie einer Kastenstempelentwertung.

Am 15.03.1887 erschienen dann 5 neue Marken in verschiedenen Wertstufen und Farben (MiNr. 13-17 AB), mit einem zentralen Motiv einer Sicht auf Stadt und Schloß Heidelberg, mit der Inschrift "Privat-Stadt-Post". Die Marken erschienen sowohl gezähnt (gez. 10 1/2) und geschnitten. Nachstehend der komplette Satz ungebraucht (** / * / o.G.) und (überwiegend) gefälligkeitsgestempelt. Als Besonderheit sei auf die verzähnte MiNr. 16A (5 Pf) hingewiesen.

Und auch hier ein seltener Briefbeleg mit der Nr. 14A

Ebenfalls 1887 wurde die gleiche Serie nochmals herausgegeben, die sich von der vorherigen nur dadurch unterscheidet, dass die Beschriftung von "Privat-Stadt-Post" in größeren Buchstaben erfolgte, sich die Wertziffern etwas unterscheiden und die Marken eine feinere Zähnung haben (gez. 11), und außerdem auch neben ungezähnt gestochen vorkommen soll. (MiNr.18-22 ABC). Diese Marken liegen mir nur teilweise vor, nämlich als Nr. 18-21C und 19A.

Am / ab dem 5. Mai 1887 wurden dann die vorherigen Serien mittels Handstempel in drei verschiedenen Stempelfarben mit "Privat-Brief-Verkehr" überdruckt (überstempelt). Denn die Deutsche Reichspost, der die zahlreichen Privatpostanstalten natürlich ein Dorn im Auge waren, ließ die Verwendung des Wortes "Post" auf den Marken verbieten. Um bereits gedruckte Bestände an Marken nicht vernichten zu müssen erfolgte das Überstempeln mit der neuen Bezeichnung. Nachstehend die Nr. 23A - 27A (Urmarken Nr. 13-17) abc soweit mir vorliegend. Bemerkenswert bei dem 5-Pf-Wert mit Überdruck in rotlila die Farbnuancierungs-Bandbreite.

desgleichen Nr. 23B - 27 B abc, dabei interessant der Abklatsch einer 3-Pf-Marke auf der Rückseite einer 5-Pf-Marke

Die Nummern 28 - 32 (Urmarken Nr. 18-22) A und B liegen mir nicht vor. Nachstehend die Nr. 28Cbc, 29Cabc, 30Ca und 31Ca - Nr. 32C und die anderen Varianten von abc liegen mir ebenfalls nicht vor.

Nachstehend die 29Ca Postfrisch als Viererblock, mit zwei Besonderheiten:
Zum einen auf dem Unterrand ein zusätzlicher Abdruck des Stempels "Privat-Brief-Verkehr", zum anderen aber der deutlich dunklere Farbton der Marken gegenüber dem Üblichen. An einen Originalfarbton mag ich so nicht glauben, im weiteren Verlauf hier werden noch einige Marken mit Farbabweichungen gezeigt, insbesondere betroffen davon sind die Rot-und Gelbtöne, also die 2 und 10 - Pfennig-Werte der Stadt-Post und Brief-Verkehr - Werte, aber auch der Blauton des 1-Pfennig-Wertes ist betroffen. Da ich bislang noch nicht über solche Farbabweichungen gestolpert bin und alle aus der gleichen (aufgelösten) ursprünglichen Sammlung stammen, vermute ich chemische Einflüße, die dazu geführt haben.

Ab dem 1. Juli 1887 (nach Schmidt) erfolgte dann die Ausgabe der bildgleichen Marken mit der neuen Inschrift "Privat-Brief-Verkehr" gezähnt und ungezähnt, Nr. 33-37.

Wie oben schon erwähnt liegen mir einige Marken der Serie in abweichenden Farbtönen vor, hier aus einem kompletten Viererblock-Satz postfrisch der Nummern 33-37B die drei deutlich abweichenden Typen.



Außerdem gab es die Marken Nr. 34-37 auch durchstochen. Es liegt hier nur die Nr. 34 vor, die im Katalog nicht erwähnt wird, dort heißt es "MiNr. 35-37 kommen auch durchstochen vor. Da ich die Nr. 34 habe sollte die Existenz der Nr. 33 durchstochen ebenfalls angenommen werden können. Außerdem gibt es einige Zähnungsvarianten, so kommen laut Carl Schmidt die Nr. 35 und 36 waagrecht ungezähnt, und die Nr. 36 und 37 senkrecht ungezähnt. Diese Marken liegen hier soweit vor, die Nr. 37 senkrecht ungezähnt in der zweiten Abbildung.


Zwei weitere "Kuriositäten": Der Viererblock der Nr. 34, der zum einen zeigt, daß die Zähnung oft schon von der Produktion mangelhaft war: Er hat teilweise nicht durchgestanzte Zahnreihen. Zum anderen ist er aber am 26.Mai (18)87 abgestempelt... Wenn diese Marken tatsächlich erst am 1. Juli 1887 in den Verkauf kamen, dann stimmt hier das Datum nicht. Sollte es doch stimmen, dann stimmt die Angabe von Schmidt zum Ausgabedatum nicht.... Und die Nr. 36 mit einer Verzähnung, hier eine waagrechte Zahnreihe durch das Markenbild.

Es ist unbestreitbar - und so sogar im Michel als Anmerkung zu den Nummern 38-57 nachzulesen - das G. Arnold schon früh (d.h. bereits 1887 mit den Ausgaben Nr. 8-12) vor allem auch für die Taschen der Sammler produzierte (Das Sammeln von Privatpostmarken war gerade zu den Zeiten der Privatposten eine regelrechte Modeerscheinung). Dies ist vor allem aber ab den fast schon zahllosen Überdruckvarianten ab 1889 zu sehen - die Privatpostmarken Heidelbergs und v.a. G. Arnolds gehören zu dem umfangreichsten Privatpostgebieten überhaupt. In wie fern all diese Variationen tatsächlich den Geschäftspraktiken G. Arnolds entspringen oder als Fälschungen zum Schaden der Sammler durch andere "Hersteller" einzustufen sind, das ist heute nicht mehr nachprüfbar (so steht es sinngemäß auch im Michel). Die Marken ab 1889 werden daher in dem neuen Webseitenteil "Briefmarken Heidelberg Teil 3b" behandelt werden (soweit sie mir überhaupt vorliegen...)
Fortsetzung folgt....
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